Die große Bilanz der Helfer – Mitgliederversammlung des Löschzugs Hauptwache

Auch ohne Hochwasser leisten die Ehrenamtlichen der Passauer Feuerwehren Außergewöhnliches. Einen Beweis dafür erbrachte einmal mehr am Freitagabend die Mitgliederversammlung des Löschzugs Hauptwache. Der Jahresbericht listet eine Gesamtzahl von 20 536 Stunden auf. Gemeinsam blickten die Ehrenamtlichen auf schlimme Momente wie den Brand in einem Heininger Mehrfamilienhaus zurück, bei dem ein Bewohner getötet wurde, aber auch auf gelungene Events wie den Erlebnistag in Kohlbruck.

Am 1. Januar, 1.08 Uhr, war 2025 der erste Einsatz des Jahres – die Verschalung einer Tür, am 29. Dezember, 11.41 Uhr der letzte, eine Türöffnung. In der Zeit dazwischen waren, so stellvertretender Zugführer Markus Kornexl, die Aktiven praktisch täglich gefor- dert, bei 64 Brandeinsätzen, 199 Technischen Hilfeleistungen, 9 ABC-Alarmen und 105 Fehlalarmen, darunter 3 böswillige und 11 falsche E-Calls aus damit ausgerüsteten Fahrzeugen. Dazu kommen 51 Sicherheitswachen, beispielsweise auf den Dulten oder im Stadttheater. Bei diesen 428 Einsätzen leisteten die Aktiven des Löschzugs 5576 Stunden.

94 aktive Mitglieder hatte die Wehr zum Jahresende, darunter, um den Nachwuchs zu sichern, 20 Jugendliche und 14 Kinder. Ein besonderer Dank ging hier an die Verantwortlichen der Kinderfeuerwehrgruppe Nadine Schlarb sowie Jugendwart Maximilian Schlarb. Am fleißigsten beim Nachwuchs sind Gabriel und Annemarie Kornexl sowie Jonas und Franz Hofbauer. 26 Atemschutzgeräteträger sind auch für diese schwierigen Einsatzlagen gerüstet, 19 Kameraden sind für die Höhensicherung geschult. Alles in allem wurden 5935 Stunden in Ausbildung und Übung investiert.

„Ohne Teamarbeit geht’s nicht“, hatte zuvor Zugführer Tobias Gleixner betont, der den Stadträten und Förderern für ihre Unterstützung dankte, den Ehemaligen, dass sie weiterhin ihre Verbundenheit zeigen, vor allem aber auch den Partnern der Aktiven für ihre Geduld und ihr Verständnis gerade auch bei nächtlichen Einsätzen.

Verantwortung übernehmen und füreinander einstehen – dies zeichne die große Feuerwehrfamilie aus. Und so wurden auch im Rahmen der Vereinstätigkeiten insgesamt 2251 Stunden erbracht. Besuche von Partnerfeuerwehren gehören hier ebenso dazu wie die gerade eben erst abgewickelte Christbaum- Abholaktion, die dank neu programmierter App besser denn je funktionierte. Nur dank der guten Gemeinschaft können auch Events wie der Erlebnistag abgewickelt werden, der 18 000 Besucher nach Kohlbruck lockte und dort das enorme Spektrum der Einsätze veranschaulichte.

Im hundertseitigen reich bebilderten Jahresbericht, den Markus Kornexl gestaltete, gibt Gleixner auch einen Ausblick auf 2026: Der Löschzug will die Anstrengungen in der Nachwuchsgewinnung weiter intensivieren, um dem „Fachkräftemangel im Ehrenamt“ entschlossen zu begegnen.

Engagement paare sich hier mit Kompetenz und Erfahrung, lobte OB Jürgen Dupper, der den Erlebnistag mit seinem „überwältigenden Besuch“ als richtig guten Auftritt würdigte. Die großen Baumaßnahmen am Standort – Tagwache und Hauptwache – seien eingeleitet, ein neues Mehrzweckboot soll die Einsatzmöglichkeiten an den Flüssen verbessern.

Stadtbrandrat Andreas Dittlmann dankte für die Unterstützung der Stadt beim Bauprojekt, drängte allerdings, dass die Planungen für eine Slipstelle schnellstmöglich vorangetrieben werden sollten. Wegen des noch unklaren Standorts der neuen Donaubrücke im Bereich Racklau könne derzeit unterhalb des Kachlet kein Boot zu Wasser gelas- sen werden. Um eine eilige Entscheidung bat Dittlmann auch in Sachen Hochwasserschutzmaßnahmen – die Feuerwehr sollte baldmöglichst wissen, woran sie ist.

Neue Herausforderungen kommen im Zivil- und Katastrophenschutz auf die Feuerwehren zu, darauf wies OB Dupper hin. Man müsse vorbereitet sein auf den Fall der Fälle, etwa hybride Angriffe auf die Strom- und Trinkwasserversorgung. Dittlmann verwies darauf, dass die Feuerwehren bei der zivil-militärischen Zusammenarbeit in einem wie auch immer gearteten Ernstfall eine wichtige Rolle als Unterstützer spielen würden.

Im Amt bestätigt wurden Vorstand Manfred Fasching, seine Stellvertreterin Lisa Schneider, Kassenwart Simon Weidinger, Schriftführer Benedikt Stigger sowie der Beauftragte für die passiven Mitglieder und die Ehemaligen Ludwig Kapfhammer. In Kampfabstimmung neu gewählt wurden zudem die Vertrauenspersonen Andreas Eichlseder und Nadine Schlarb sowie die Kassenprüfer Toni Rang und Jürgen Grotke.

Das Totengedenken hielt Pfarrer Dr. Anton Spreitzer. So kurz vor der Kommunalwahl war auch die Zahl der Stadträte groß, die durch ihren Besuch der Versammlung ihre Verbundenheit zum Ausdruck brachten: die Bürgermeister Andreas Rother und Armin Dickl mit Stefanie Auer, Hans-Jürgen Bauer, Martin Burkert, Sissi Geyer, Siegfried Kapfer, Urban Mangold, Diana Niebrügge, Rudi Ramelsberger, Katja Reitmaier, Markus Sturm, Christa Tausch, Wolfgang Wagner, Rosemarie Weber und Matthias Weigl.

 

Den Jahresbericht gibt’s auch zum Download unter folgendem Link:

ffpassau.de/…/Jahresbericht_2025_FFP_Lz_Hauptwache-2.pdf

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