Einsatzdetails
Gefahrstoffaustritt | Gefahrguteinsatz
Einsatzart
THLEinsatzort:
MessestraßeEinsatzzeit:
2026-08-26 11:28:00 UhrBeteiligte Löschzüge:
Löschzug Hauptwache, Löschzug InnstadtWeitere Feuerwehren am Einsatzort:
Hauptamtliche Tagwache, Feuerwehr Hals, Feuerwehr Heining, Feuerwehr Haarschedl, Werkfeuerwehr ZFEinsatzdetails:
Die Feuerwehr Passau wurde zu einem Gefahrstoffaustritt an der Eisarena alarmiert. Als erste Einheit rückte die hauptamtliche Tagwache aus. Bereits bei Ankunft an der Einsatzstelle war der Ammoniakgeruch deutlich wahrnehmbar, erste Messungen bestätigten kurz darauf einen tatsächlichen Produktaustritt aus der Kälteanlage – auch akustisch war das Zischen des austretenden Stoffes klar zu hören. Aufgrund der Lage wurden umgehend weitere Kräfte nachalarmiert.
Da eine Gefährdung jedoch nie vollständig ausgeschlossen werden konnte, entschied sich die Einsatzleitung Feuerwehr im Sinne der Sicherheit dazu, das Passauer Erlebnisbad (PEB) und angrenzende Bereiche vorsorglich zu evakuieren.
Ein erster Trupp führte unter Chemikalienschutzform 3 (CSA) die ersten Messungen im betroffenen Bereich durch und bestätigte eine hohe Ammoniakkonzentration. Ein Techniker des Betreibers stand beratend vor Ort, in Abstimmung mit dem Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem der chemischen Industrie (TUIS) wurden mehrere Handlungsoptionen erarbeitet und die geeignetste ausgewählt.
Das ausgetretene Ammoniak wurde mittels Be- und Entlüftungsgerät abgesaugt und mit einem Leichtschaumgenerator niedergeschlagen, da sich Ammoniak in Wasser löst. Die entstandene Ammoniaklösung wurde in eine Mulde geleitet und von dort in insgesamt 18 IBC-Behälter mit einem Fassungsvermögen von rund 18.000 Litern umgepumpt – eine Einleitung über die Kläranlage kam nicht in Frage. Entsprechend ausgerüstete Trupps überwachten die Maßnahme durchgehend.
Ein weiterer Trupp im Chemikalienschutzanzug (CSA) konnte dann den betroffenen Verdichter abschiebern, wodurch die Konzentration deutlich abfiel. Nach weiteren Messungen und abschließender Kontrolle der Anlage durch den Techniker galt die Leckage als geschlossen. Die final niedrigen Messwerte erlaubten die kontrollierte Ableitung der Restkonzentration in die Umgebungsluft – auch hierbei bestand keine Gefährdung für die Bevölkerung, lediglich eine vorübergehende Geruchsbelästigung war möglich.
Ammoniak (NH₃) ist ein farbloses, stechend riechendes Gas, das in vielen Kälteanlagen – wie auch in Eisarenen – als Kältemittel eingesetzt wird, da es besonders effizient und umweltfreundlich ist. Bereits in geringen Konzentrationen ist der charakteristische, beißende Geruch deutlich wahrnehmbar, was Ammoniak einerseits gut detektierbar macht, andererseits aber auch die Augen, Atemwege und Schleimhäute reizen kann. Wegen dieser Eigenschaften gehen Feuerwehr und Einsatzkräfte bei Ammoniakaustritten grundsätzlich mit besonderer Vorsicht vor, arbeiten mit entsprechender Ausrüstung und sichern den Gefahrenbereich vorsorglich weiträumig ab, auch wenn – wie in diesem Fall – keine akute Gefährdung für die Bevölkerung vorliegt.
Ein materialintensiver, aber rundum erfolgreicher Einsatz mit gutem Ablauf und enger Zusammenarbeit aller beteiligten Kräfte ging nach rund 10 Stunden zu Ende.
Wichtiger Hinweis: Auf unserer Internetseite berichten wir ausführlich, zum Teil auch mit Bildmaterial über unser Einsatzgeschehen. Bilder werden erst gemacht, wenn das Einsatzgeschehen dies zulässt!


























